Die Höhle
Hier gibt es kein Ziel.
Kein Werden.
Kein Müssen.
Hier gibt es nur Dunkelheit
und etwas Ungesagtes in dir.
Nicht bedrohlich.
Nur still.
Diese Höhle fragt nicht.
Sie wartet nicht.
Sie will dich nicht verändern.
Sie ist einfach da.
Und du bist einfach hier.
Schutzraum
Du musst nichts geben.
Nichts zeigen.
Nichts erklären.
Dein Atem reicht.
Selbst wenn er flach ist.
Selbst wenn er zittert.
Die Höhle nimmt ihn an.
Hier darfst du schwach sein.
Zerstreut.
Leer.
Oder zu voll.
Hier trägt dich der Boden,
auch wenn du dich selbst fallen lässt.
Rückzug
Manchmal ist Rückzug
kein Weglaufen.
Sondern Heimkehren.
Nicht ins Früher.
Nicht ins Bessere.
Sondern in etwas
Uraltes.
Etwas,
das schon da war,
bevor du versucht hast zu funktionieren.
Hier wirst du nicht repariert.
Du wirst vergessen –
nicht aus dem Leben,
sondern aus dem Lärm.
Stille Tiefe
Unter all dem,
was du bist
oder glaubst zu sein,
liegt etwas,
das nie verletzt wurde.
Es spricht nicht.
Es erklärt sich nicht.
Es wartet auch nicht.
Es existiert.
Und in dieser Höhle
darfst du ihm wieder nah sein.
Nicht als Ziel.
Nicht als Aufgabe.
Nur als Nähe.
Schwelle
Du bist nicht hier, um zu bleiben.
Und nicht, um zu fliehen.
Diese Grenze ist leise.
Sie zwingt dich zu nichts.
Sie erinnert dich nur daran,
dass Bewegung möglich ist –
wenn sie reif ist.
Wenn du gehst,
geh leise.
Und nimm nur das mit,
was sich nicht mehr verstecken will.
